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Zu sensibel für den Job? Was wirklich dahinter steckt

9. Okt.
4 Min. Lesezeit


Eine Frau sitzt an ihrem Arbeitsplatz und stützt ihren Kopf.
Hochsensibilität

Zwei selbständige Frauen. Ein Gespräch. Und die Erkenntnis, die dein Unternehmen verändern könnte.


Dieser Beitrag entstand aus einem Gespräch zwischen Janine und mir. Zwei hochsensible Frauen.

Was wir im Laufe der Jahre über uns selbst gelernt haben, betrifft dein Unternehmen.

Mitarbeitende, die anders wahrnehmen, werden oft als Belastung statt als Potenzial verstanden. Dieser Text erklärt dir, warum das ein teurer Irrtum ist.



Es war mir einfach alles zu laut


Kindergartenkinder lernen mit dem Erzieher.
Alles war zu laut.

Schon im Kindergarten hielt Janine sich die Ohren zu, wenn alle anderen klatschten und sangen. Ich selbst spürte früh, dass Kinder etwas sagten, es aber eigentlich gar nicht so meinten. Ich las zwischen den Zeilen, lange bevor ich es benennen konnte.


Wir beide dachten jahrelang: Mit uns stimmt etwas nicht. Erst später, durch unzählige Ausbildungen, Reisen und Reflexion, fiel das Puzzleteil an seinen Platz.


Dieses späte Verstehen und das jahrelange Missverstanden-Werden ist genau das Thema, das viele KMU heute intern beschäftigt, zu oft ohne es zu erkennen


Was Hochsensibilität im Arbeitsalltag wirklich bedeutet


Eine Frau, die gestresst vor ihrem Laptop sitzt.
Was Hochsensibilität im Arbeitsalltag bedeutet

Für Janine sind es konkret: grelle Farben, ein Arbeitsplatz ohne Tageslicht, einander überlagernde Gerüche. Eine Dichte an gleichzeitigen Informationen, die sie auf einmal aufnimmt, während andere nur einen Bruchteil davon wahrnehmen.


Im Unternehmen übersetzt sich das in Situationen, die du vielleicht kennst:

  • Eine Mitarbeitende, die nach dem dritten Meeting des Tages „plötzlich" ausfällt.

  • Der talentierte Kopf, der offene Landschaftsbüros meidet und als „schwierig" gilt.

  • Die Person, die Spannungen im Team früh spürt und dafür eher belächelt als ernst genommen wird.


Hochsensible Menschen nehmen Reize tiefer und gründlicher wahr als neurotypische Menschen. Sie verarbeiten Informationen auf eine intensivere, umfassendere Weise.


Eine verwandte, aber andere Form der Wahrnehmung findet sich bei neurodivergenten und hochbegabten Menschen. Sie haben eine erhöhte Wahrnehmungskapazität, die mehr gleichzeitige Informationen erfassen kann. Hochbegabte zeichnen sich durch eine schnellere und effizientere Informationsverarbeitung aus.


Was alle gemeinsam haben: In Systemen, die auf den Durchschnitt gemacht sind, wird aus ihrer besonderen Wahrnehmung eher ein Problem als eine Stärke. Und das betrifft nicht wenige.

Zusammengenommen machen hochsensible, neurodivergente und über-/hochbegabte Menschen mindestens 40 Prozent der Belegschaft aus.


Eine Begabung braucht den richtigen Raum


Blick auf den Innenhof eines Firmengebäudes.
Der richtige Raum

Der entscheidende Moment in unserem Gespräch war eine Erkenntnis: Hochsensibilität ist keine Belastung, sondern eine Begabung.


In meiner Arbeit mit Menschen filtere ich persönlich heraus: Was sagt jemand und was meint er wirklich? Janine bestätigt das: „In der Arbeit mit Menschen ist das genial. Du weißt genau, wo jemand steht."


Ein Vorbild aus dem Handel zeigt, wie ausgewählte Firmen schon darauf eingehen: Einige Supermarktketten bieten inzwischen stille Stunden an. In dieser Zeit begleiten dich weniger Reize, gedimmtes Licht und keine Musik.


Was im Supermarkt die stille Stunde ist, kann im Unternehmen die einfache und individuelle Gestaltung von Räumen, Arbeitsrhythmen und Reizdichte sein.


Vom einzelnen ArbeitsPLATZ zum gemeinsamen ArbeitsRAUM


Vier Menschen arbeiten in ihrer jeweiligen Arbeitsweise zusammen.
ArbeitsRAUM

Genau hier setzt meine hybride Unternehmensbegleitung an. Viele KMU stellen ihrer Belegschaft Einheits-Arbeitsplätze zur Verfügung. Alle Mitarbeitende werden nach denselben Maßstäben gemessen und in ein System gepresst, das für den „neurotypischen Durchschnitt" gebaut wurde.


Hochsensible, neurodivergente und hochbegabte Menschen fallen in diesem System auf, weil es zu eng für ihre Wahrnehmungsart ist.Die Folge kenne ich aus der Praxis: Burnout, Presenteeism, stille Kündigung, Fluktuation.Ein Klima, in dem Menschen ihre nötigen Pflichten erfüllen, aber innerlich längst den Krankenschein abgegeben haben.

Der Weg, den ich mit Unternehmen gehe, ist kein Wellness-Programm. Es ist eine strukturelle Bewegung:


Von vielen einzelnen ArbeitsPLÄTZEN zu einem gesamten ArbeitsRAUM.


Ein Arbeitsraum ist ein Ökosystem aus verschiedenen Zonen: konzentriert und laut, ruhig und reduziert, synchron und asynchron. Nicht jeder Mensch braucht die gleiche Reizdichte. Aber jeder Mensch braucht einen Ort, an dem seine Wahrnehmungsart zum Vorteil wird.


Dieser Raum entsteht nicht als Entgegenkommen für eine Minderheit. Er hebt das Potenzial von mindestens 40 Prozent der Belegschaft. Potenzial, das im Unternehmen bereits vorhanden ist und bis jetzt schlichtweg verschwendet wird.


Jenseits von Esoterik und Belastbarkeit


„Hochsensibel" oder „feinfühlig"? Janine und ich diskutieren länger darüber, denn beide Begriffe haben ein Imageproblem. „Hochsensibel" klingt nach „nicht belastbar" und „feinfühlig" nach Esoterik.


Wer Hochsensibilität als Sonderbehandlung sieht, verliert sie als wirtschaftlichen Faktor aus dem Blick. Wer sie als Defizit abtut, überliest genau die Mitarbeitenden, die beispielsweise Unstimmigkeiten früh erkennen und benennen können.


Hochsensibilität ist weder Esoterik noch Schwäche. Sie ist eine Wahrnehmungsstärke, die unter den richtigen Bedingungen zum Wettbewerbsvorteil wird.


Wie erkläre ich Hochsensibilität jemandem, der noch nie davon gehört hat?


Nicole Marzi
Nicole Marzi

Meine Antwort:


„Sie ist ein Informationsüberfluss. Sie ist keine Last, sondern eine Tatsache. Die Aufgabe ist, mit ihr umzugehen und sie auszubalancieren."


Denselben Job hat die Unternehmensführung. Sie sollte Menschen, die anders wahrnehmen nicht umschulen, sondern die Bedingungen so gestalten, dass das wahre Potenzial zum Ausdruck kommt.


Die Frage, die bleibt


Fragezeichen
Die Frage, die bleibt

Dieses Gespräch hat mir noch einmal gezeigt: Hochsensibilität, Neurodivergenz und Hochbegabung sind weder Privilegien noch Defizite.


Sie sind Wahrnehmungsprofile, die in einem passend gestalteten System zu Stärken werden und in einem unangepassten zu Fluktuation, Burnout und Presenteeism führen.


Die Frage, die sich ein KMU nun stellen darf:


Haben wir viele Einheits-Arbeitsplätze oder bereits einen Arbeitsraum, in dem alle ihr Potenzial ausschöpfen können?


Wenn du wissen möchtest, wie dein Unternehmen von der Arbeitsplatz- zur Arbeitsraum-Logik kommt, melde dich gern bei mir.


Nicole Marzi unterstützt KMU in Luxemburg, die sich mit Burnout, Presenteeism, einer hohen Fluktuation und einem ungesunden Arbeitsklima herumschlagen müssen.


In einen besonderen Fokus rückt sie die Neurodivergenten, Hochsensiblen und die Über-/Hochbegabten, weil diese Menschen durch ihre „untypischen“ Begabungen in unseren gängigen gesellschaftlichen Systemen oft falsch verstanden und ausgegrenzt werden.


Durch ihre hybride Unternehmensbegleitung entwickelt sich das Unternehmens-Öko-System von vielen einzelnen ArbeitsPLÄTZEN zu einem gesamten ArbeitsRAUM, in dem alle Mitarbeitenden ihre Wohlfühl-Position finden können. So entsteht automatisch ein gesundes Arbeitsklima.


findest du mich auf Linked In.

 

Janine Henner ist NARM(Entwicklungstrauma)-Therapeutin und Beziehungsexpertin. Sie begleitet Frauen, die in ihrer Beziehung nach außen sehr gut funktionieren, sich aber innen leer, einsam oder fremd fühlen.


Sie greift tiefer: dorthin, wo es wirklich klemmt. Wo Schutzmechanismen längst Alltag sind und unerfüllte Bedürfnisse nicht gesehen werden dürfen.


Mit NARM macht sie spürbar, was Frauen heute noch zurückhält. So kommen sie wieder bei sich an, fühlen ihre Kraft und erkennen Grenzen. Es entsteht Raum für eine Beziehung auf Augenhöhe, in der die Nähe zum Partner wieder Freude macht.


Janines Ziel: Raus aus dem Beziehungs-Hamsterrad.


Zurück zu Schmetterlingen im Bauch, gemeinsamen Träumen und dem Gefühl, wieder kichernd rumalbern zu können.

findest du Janine auf Linked In.




Bist du hochsensibel?

Der folgende Test kann dir einen Eindruck darüber vermitteln.

 





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